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 nach uns.dopo di noi: Gemeinsam, für eine selbstbestimmte Zukunft

Eltern, die ein Kind mit Beeinträchtigung begleiten, tragen große Verantwortung. Die Sorge um die Zukunft ist dabei stets präsent. Die Stiftung nach uns.dopo di noi unterstützt Familien in Südtirol dabei, frühzeitig Wege zu entwickeln, damit das Leben ihrer Kinder gut weitergeht, wenn sie selbst nicht mehr da sein können. Wenn Familien beginnen, die Zukunft eines geliebten Menschen mit Beeinträchtigung bewusst zu planen, entsteht ein Raum, in dem aus Sorgen klare Gedanken werden und aus Gedanken Perspektiven. Neun Organisationen haben die Stiftung nach uns.dopo di noi 2024 gegründet; seit Jahresbeginn ist sie operativ tätig. Präsident Armin Reinstadler, Geschäftsführerin Martina Pastore, betroffene Eltern sowie Vertreter:innen der Stiftung Südtiroler Sparkasse und des Landes gaben heute Einblick in die Vorhaben der neuen Einrichtung, die Strukturen schafft, die auch dann Halt geben, wenn vertraute Unterstützung nicht mehr möglich ist. Menschen mit Beeinträchtigung und psychischer Erkrankung sollen gestärkt, ihre Selbstbestimmung gefördert und gemeinsam mit Eltern und Angehörigen Stabilität und Vertrauen aufgebaut werden. Mit den Betroffenen werden Lebensprojekte entwickelt, die eine gesicherte Zukunft ermöglichen. Heute hat sich die Stiftung in Bozen vorgestellt. Infos: www.nachuns-dopodinoi.org
Die Stiftung nach uns.dopo di noi steht für Vorsorge, die über Generationen trägt. Sie gibt Eltern die Möglichkeit, ihre Verantwortung rechtzeitig zu ordnen, und Menschen mit Beeinträchtigung eine Zukunft, die nicht dem Zufall überlassen bleibt, sondern bewusst gestaltet wird. Barbara Misslinger, Mutter eines erwachsenen Sohnes mit einer Autismus-Spektrum-Störung aus Bozen, brachte es bei der Pressekonferenz auf den Punkt: „Unser Sohn lebt heute weitgehend selbstbestimmt in einer Wohnung, die er sich mit einem gleichaltrigen jungen Mann teilt, doch er wird sein Leben lang Unterstützung brauchen. Wir Eltern werden älter; die Sorge um ihren Bruder soll nicht bei unserer Tochter bleiben. Wir wünschen uns Klarheit für unseren Sohn und möchten im Rahmen des Lebensprojekts schriftlich festhalten, was für ihn unverzichtbar ist. Das gibt ihm Orientierung und schenkt uns Sicherheit, weil wir wissen, dass seine Bedürfnisse respektiert bleiben.“ Dieser Einblick zeigt, wie sehr strukturierte und begleitete Zukunftsplanung entlastet.
Die Stiftung wurde gegründet, weil Eltern und Fachleute eine zentrale Lücke erkannten: Bestehende Organisationen konnten die langfristige Verantwortung für das Leben eines erwachsenen Menschen mit Beeinträchtigung, insbesondere über den Tod der Eltern hinaus, rechtlich nicht übernehmen. Aus dieser Notwendigkeit heraus schlossen sich 2024 neun Organisationen zusammen: die Stiftung Südtiroler Sparkasse, der Dachverband für Soziales und Gesundheit, die Südtiroler Vinzenzgemeinschaft, der Verein für Sachwalterschaft, der Verein Aktive Eltern von Menschen mit Behinderung, die Lebenshilfe, der Elternverband hörgeschädigter Kinder, der Verband Ariadne für psychische Gesundheit und AIAS (Associazione Italiana Assistenza Spastici).
Die Stiftung Südtiroler Sparkasse legte ein wesentliches Fundament, indem sie einen Teil des Grundkapitals sowie geeignete Räumlichkeiten im Zentrum von Bozen zur Verfügung stellte. Bei der heutigen Vorstellung unterstrich Vizepräsident Walter Zambaldi die Bedeutung dieser Initiative, die seit Jänner dieses Jahres operativ tätig ist. nach uns.dopo di noi begleitet Familien, vernetzt bestehende Dienste und entwickelt
Lebensprojekte mit langfristiger Perspektive. Auch die Landesverwaltung verfolgt diese Entwicklung aufmerksam: Ute Gebert, Vizedirektorin des Amtes für Menschen mit Behinderung, unterstrich die Bedeutung der neuen Stiftung und sprach von einem „entscheidenden Beitrag zu einem System, das Familien stärkt und Menschen mit Beeinträchtigung ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht“.
Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die persönlichen Lebensprojekte. Sie beschreiben, wie jemand wohnen möchte, welche Unterstützung er oder sie braucht, welche Beziehungen bedeutend bleiben und wie rechtliche sowie finanzielle Sicherheit gestaltet wird. Die Mitarbeitenden der Stiftung hören zu, begleiten Gespräche, klären Fragen und verbinden Familien mit passenden Diensten. So entsteht ein verlässlicher Rahmen, der das Leben eines Menschen mit Beeinträchtigung langfristig begleitet.
Wie entlastend dieser Prozess wirkt, zeigt auch die Erfahrung von Alessandra Marcucci aus Bozen, Mutter eines Sohnes mit Downsyndrom: „Lorenzo ist unser einziger Sohn. Wir möchten ihm Sicherheit geben, solange wir dazu in der Lage sind. Die Stiftung hilft uns, seine Zukunft gemeinsam zu planen. Wir halten fest, was für ihn wichtig ist, was ihn stärkt und schützt. Dieses gemeinsame Nachdenken nimmt Druck aus unserem Alltag und gibt ihm eine Stimme für seine Zukunft.“
Die Stiftung versteht das „Nach uns“ als ein „Während uns“. Eltern entscheiden selbst, wann sie bereit sind, diesen Weg der gemeinsamen Planung zu gehen. Die Stiftung ersetzt keine Familie, sondern stärkt sie und baut Brücken, die notwendig werden, wenn familiäre Unterstützung eines Tages wegfällt. Geschäftsführerin Martina Pastore beschreibt den Kernauftrag so: „Wir entwickeln Zukunftsvorstellungen gemeinsam. Jede Lösung entsteht im Austausch mit den Eltern und den betroffenen Menschen mit Beeinträchtigung oder psychischer Erkrankung“. Diese Arbeit schaffe Vertrauen und gewährleiste, dass das Lebensprojekt wirklich umgesetzt wird. „Es soll das Leben der Menschen widerspiegeln, nicht nur ihre Betreuung.“ Weil die Stiftung die individuellen Situationen kennt, kann sie garantieren, dass das erarbeitete Lebensprojekt den Wünschen und Möglichkeiten des/der Einzelnen entspricht.
Präsident Armin Reinstadler betont die strukturelle Verantwortung: „Wir bauen eine stabile Organisation auf, die Familien langfristig begleitet.“ Dazu gehören professionelle Vermögensverwaltung, Rechtsberatung und die operative Umsetzung der Lebensprojekte. „Mittelfristig möchten wir kleine, dezentralisierte Wohnprojekte operativ begleiten, die sich an den konkreten Situationen und Bedürfnissen der Bewohner:innen orientieren“, erklärt der Präsident der Stiftung. Dafür nutzt die neue Einrichtung sozialräumliche Ressourcen, das Netzwerk bestehender Dienste und möchte künftig auf einen eigenen Pool an Fachkräften zurückgreifen können. Am Sitz in Bozen soll ein Ort entstehen, der als sozialer Treff- und Angelpunkt dient, Unterstützung bietet und ansprechbar bleibt, wenn Eltern ihre Verantwortung nicht mehr tragen können.
Die Stiftung nach uns.dopo di noi arbeitet eng mit Sozialdiensten, Vereinen und Fachleuten zusammen und entwickelt derzeit Elterngruppen, psychopädagogische Angebote sowie kleine, wohnortnahe Wohnformen. Sie versteht sich als Verbindung zwischen familiären Wünschen und professionellen Strukturen und stärkt ein Netz, das es Menschen mit Beeinträchtigung ermöglicht, ihr Leben aktiv mitzugestalten und ihren Platz im sozialen Umfeld zu behalten.
Weitere Informationen: www.nachuns-dopodinoi.org
Für Fragen steht Geschäftsführerin Martina Pastore unter Tel. +39 326 70074 sowie info@nachuns-dopodinoi bereit.



Stiftung Südtiroler Sparkasse
Talfergasse 18
I-39100 Bozen
Tel +39 0471 316000
Fax +39 0471 316050
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